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Swissbau Magazin 2012

ökologischen Aspekt und vergleichen diesen immerzu mit der Körpererfahrung, bezie- hungsweise einer auf Wahrnehmung fun- dierten Psychologie. In dieser Weise wider- setzen sie sich der sich aufdrängenden Inkonsistenz des Designs und der Effektha- scherei im Stil von Werbebildern, ohne je- doch die Verlockungen des Künstlichen zu verneinen, ganz im Gegenteil. Formale Klarheit und räumliche Weite In Basel knüpft das neue Roche Bürohoch- haus «Bau 1», das zurzeit am Rheinufer er- richtet wird, an eine formale Schlichtheit an, die lange Zeit für die Arbeit des Büros kenn- zeichnend war, und bejaht zugleich die verti- kale Dimension einer neuen urbanen Monu- mentalität. Von den seit 2000 von Herzog & de Meuron entwickelten Hochhausprojek- ten wird der «Bau 1» als erster realisiert sein. Wie Jacques Herzog daran erinnert… «es gibt in der Schweiz keine Tradition der grossen städtebaulichen Geste». Das ist vielleicht ei- ner der Gründe, weshalb Herzog & de Meu- ron, im Unterschied zu Architekten, die von einer hieratischen Denkmalpose besessen sind, die Vertikalität nie forciert haben. Oft haben sie den steil hochstrebenden Formen raumgreifende und in die Tiefe reichende Formen vorgezogen. Diese Tendenz fand ih- ren vorläufigen Höhepunkt in zwei kürzlich im Metropolitanraum Basel realisierten Bauten, dem VitraHaus und dem Firmensitz von Actelion. In beiden Projekten verbinden sich formale Klarheit und räumliche Weite zu einer ausserordentlichen strukturellen Komplexität, die auf einem aleatorischen Prinzip aufgebaut zu sein scheint. Die ver- vielfachten Fassaden des VitraHauses schei- nen sich nach aussen auszudehnen, in einer Art ungebremstem Zentrifugaleffekt. Aber, das Gebäude zieht sich dort wieder zusam- men, wo die Besucher ein- und ausgehen. Ein prächtiger Innenhof, präzis und klar wie ein behauener und ausgehöhlter Block, defi- niert den Raum zwischen innen und aussen und vereinigt die unterschiedlichen Mass- stäblichkeiten des Gebäudes. In einer Umge- bung, in der sich die Architektur üblicher- weise auf geschlossene, mehr oder weniger stark verglaste Kisten beschränkt, ist das Actelion Gebäude eine in sich selbst offene Architektur, welche eine Landschaft im Inne- ren entstehen lässt. 909 Architekturvorträge Samstag, 21. Januar 2012 11–13 Uhr, Swissbau Focus Small Cities – Big Buildings Die Architekturvorträge der Swissbau 2012 diskutieren den Umgang mit grossen Bauten in kleinen Städten. In gewachse- nen Städten Europas und insbe- sondere den kleinteiligen Struk- turen der Schweiz ist die Frage der Massstäblichkeit grosser Bauten ein wichtiges Thema. Ausstellung Neubau Messe Basel Swissbau Focus Halle 1.2 Presented by: HRS Real Estate AG, Basel Totalunternehmer Richard Burdett, Urban Age Institute Der Architekt und Architektur- kritiker Richard Burdett war Di- rektor der 10. Architekturbien- nale in Venedig und ist heute Professor für Architektur und Urbanismus an der London School of Economics and Politi- cal Science (LSE) und berät den Londonder Bürgermeister für die Olympics London 2012. Er ist ein gefragtes Jurymitglied und kuratierte bereits über vierzig Ausstellungen. In seinem Urban Age Institute untersucht er räumliche und soziale Fragen der Stadtentwicklung in allen Kontinenten. Die Wahl der Referenten steht im Zusammenhang mit dem Messeneubau, mit der Studie «Stadt Land Schweiz» und den Visionen für «New Basel» von MVRDV mit Winy Maas und Prof. Richard Burdett. Anschlies- send wird die Massstäblichkeit von Bauten in Städten erörtert. Winy Maas, MVRDV Winy Maas gründete 1991 in Rotterdam gemeinsam mit Ja- cob van Rijs und Nathalie de Vries das Architekturbüro MVRDV. Winy Maas lehrt an zahlreichen Hochschulen und ist Professor an der TU Delft, wo er die Why Factory im Think Tank on Urban Futures führt. Neben Planen und Bauen befasst sich MVRDV auch mit Urbanismus. Als Verfasser der Studien «Stadt Land Schweiz» und den Visio- nen für «New Basel», einem kleinen Manhattan im Rheinha- fen am Dreiländereck, bewegt Winy Maas die Massstabsfragen in der Schweiz. Judit Solt, Moderation Judit Solt hat an der ETH Zürich Architektur studiert und enga- giert sich regelmässig an Tagun- gen und Veranstaltungsreihen. Als Chefredaktorin von TEC21 berichtet sie über bedeutende Bauprojekte und beleuchtet die architektonischen, theoreti- schen, sozialen und wirtschaft- lichen Zusammenhänge. Jacques Herzog Das Basler Architekturbüro Her- zog & de Meuron avancierte zu den weltweit renommiertesten Planern. Dabei schufen sie eine Baukörpersprache, die sich im- mer wieder neu erfindet und dennoch eine deutliche, klare Linie erkennen lässt. Sie befas- sen sich auch mit der Planung von grossen, neuen Stadtteilen und setzen neue Akzente in der Städtebauarchitektur. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielten Jacques Herzog und Pierre de Meuron 2001 den Pritz- ker Preis. In Basel bauen sie mit der neuen Messehalle und dem Roche Bau 1 zwei Grossprojekte.

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