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Swissbau Magazin 2012

phogenese, das Bild des Körpers als Modell- beispiel und ein fortwährendes Experimen- tieren mit Materialien ermöglichten die Schaffung von Formen, die das Ornamentale untrennbar mit dem konstruktiven Aufbau der Hülle verbinden. Der Umbau der im Jahr 2000 eröffneten Tate Modern markierte den Übergang der Aktivi- täten auf die «globale» Stufe und zu einer verstärkten Berücksichtigung der «ikoni- schen» Dimension. Dennoch reduziert sich die Qualität eines Gebäudes bei Herzog & de Meuron nie auf dessen unmittelbare Wir- kung oder auf einen unverkennbar eigenen Stil. Das Bild eines Bauwerks muss imagina- tiv erarbeitet werden und eine kollektive Vorstellungswelt beflügeln. Das Olympia- stadion in Beijing wurde von der einheimi- schen Bevölkerung von dem Tag an akzep- tiert, als sie darin ein «Vogelnest» erkannte. Zusammenspiel mit der Topografie Die von Herzog & de Meuron eingesetzte Methodologie setzt jedem Projekt nicht nur eine Analyse des «Kontextes» voraus, son- dern bedingt auch eine eigentliche Reflexion über das Programm und eine intensive Ein- prägung der Geländedaten über das eigent- liche Baugelände hinaus. Ein besonderes Kennzeichen der Projekte von Herzog & de Meuron ist ihr Auge für die Landschaft – da- für, wie diese in ihren materiellen, multisen- soriellen Komponenten wirkt, aber auch durch ihre topografische Beschaffenheit. Die urbane und umgebungsspezifische (ökologi- sche) Qualität des Gebäudes ergibt sich aus dieser Berücksichtigung der vielfältigen Fak- toren, die das Baugelände definieren, und zwar mindestens ebenso sehr im Hinblick auf sein Potenzial wie auf die bestehende Realität. Dadurch lässt sich insbesondere vermeiden, dass die typologischen Elemente und die Schritt für Schritt entwickelte Syn- tax zu Patentlösungen erstarren. Die neuen Ausführungen des Büros belaufen sich logischerweise auf die monumentalen oder urbanen Elemente der Architektur, jedoch im Sinn einer kontinuierlichen Wei- terführung früherer Recherchen. Diese Kon- tinuität beruht weitgehend auf der perma- nenten Referenz auf ein komplexes Naturmodell. Wie es sich gehört, misstrauen Herzog & de Meuron allem pastoralen Kon- servatismus, berücksichtigen jedoch den 08 Architektur 6 4 VitraHaus, Vitra Campus, Weil am Rhein, 2010 5 Actelion Business Center, Allschwil, 2010 6 Roche Bürohochhaus «Bau 1», Basel, Visualisierung 2011 5 4

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