
76 Swissbau Future Forum 1-3 Future-Evolution- House der Familie Horx Brigitte Kesselring N ach drei Jahren Bau- und Konzepti- onszeit ist die Trendforscherfami- lie in ihr «Future Evolution House» am Stadtrand von Wien eingezo- gen. Was muss man sich unter diesem «Haus der neuen Art» vorstellen? Gestaltbarer Lebensraum Alles voll automatisiert, gespickt mit mo- dernster Technologie und alles vernetzender Elektronik, selbstverständlich mit Nullener- gie funktionierend und eingepackt in futu- ristische Architektur? Alles falsch! Befasst man sich mit dem Zukunftshaus von Matt- hias Horx, muss man landläufige Vorstellun- gen vergessen. Auf dem 4500 m2 grossen, relativ steilen Grundstück steht kein ufoarti- ges Gebäude. Hier finden sich weder ein sich selbst auffüllender Kühlschrank mit Inter- netanschluss noch ein Roboter, der den Ra- sen mäht. Und es ist auch keine Show, die hier abgeht, sondern reales Leben. Denn bei aller Zukunfts- und Trendaffinität – auch Ehefrau Oona Strathern-Horx ist Trend- und Zukunftsforscherin – ist die Familie Horx eine ganz normale Familie mit modernen Ansprüchen an die Wohn- und Lebensquali- tät ihres Zuhauses. «Uns war wichtig, Raum für vier Individualisten zu schaffen, die sich aber auch als Familie verstehen. Wir wollten unsere eigenen, intimen Räume haben, aber auch einen zentralen Treffpunkt.» Ebenso wichtig war die Berücksichtigung der Work- Life-Balance: Wohnen und Arbeiten lässt sich heute nicht mehr streng voneinander trennen, man arbeitet auch zu Hause, Wis- sen ist überall abrufbar und Kreativität hält sich nicht an zeitliche oder räumliche Gren- zen – und dennoch braucht es eine Trennung, braucht es einen störungsfreien Arbeits- und Privatbereich. So findet Arbeiten und Woh- nen im Horx’schen Konzept bewusst in ge- trennten Häusern statt. Schlicht schön Die Architektur der beiden Häuser ist schlicht, schön, schnörkellos – und passt in unsere Zeit ebenso wie in die Zukunft. Das WORKModul ist als solches klar gekenn- zeichnet und eine eigene Zone, die sich aller- dings durch variable Trennungen und Schie- betüren auch für Freizeitaktivitäten öffnet – zum Beispiel als Heimkino. Vom Haupthaus gelangt man nicht über einen unterirdischen Trakt hierher – man muss bewusst den Fuss hinaus in die freie Natur setzen, Distanz schaffen. Das Haupt-/Wohnhaus gliedert Zukunftshaus – von der Vision zur Realität Das viel propagierte Zukunftshaus von Trendforscher Matthias Horx ist Wirklichkeit geworden – und entwickelt sich stetig weiter. 2 1