Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Swissbau Magazin 2012

07 Museumsbauten rund um den Globus Das 1978 gegründete Büro Herzog & de Meuron fand zu Beginn der Neunzigerjahre internationale Anerkennung für die ausser- ordentlich raffinierte Konzipierung und Rea- lisierung spezifischer architektonischer Ob- jekte, die ohne jede ostentative Extravaganz einfallsreich und wirkungsvoll waren und mit dem Modernismus genauso wenig am Hut hatten wie mit postmodernen Revival- Bestrebungen. Wie das erste Stellwerk «Auf dem Wolf» für den Basler Bahnhof ist auch das Gebäude der Sammlung Goetz in Mün- chen ein Meilenstein der zeitgenössischen Architekturgeschichte, weil es ein Muster- beispiel für die einfache Form mit komplexer Struktur darstellt, analog zu den besten Ob- jekten der Minimal Art. Es sollte nur der Auf- 2 4 3 um, takt zu einer langen Reihe von Museumspro- jekten rund um den Globus sein: darunter die Tate Modern in London, das Walker Art Center in Minneapolis, das de Young Muse- um in San Francisco. Gegenwärtig ist das Büro mit der Erweiterung des Musée d’Unterlinden in Colmar beschäftigt. Das Gebäude der Sammlung Goetz zeichne- te sich durch den Einklang von komplexem Innenraum und schlichtem Aussenvolumen aus. Danach setzten sich die Projekte des Bü- ros lange Zeit bevorzugt mit Variationen der Kiste (oder des Kubus) auseinander; die Fas- sade wurde neu als Penetration der Oberflä- che ins Volumen definiert, mit variablen Ef- fekten von Dichte und Bestrahlung (durch die Farbe), Vertiefung und Transparenz. Das aufmerksame Studium der natürlichen Mor- 1 Christine Binswanger, Ascan Mergenthaler, Stefan Marbach, Pierre de Meuron und Jacques Herzog (v.l.n.r.) 2 Neubau Messe Basel 3 Stellwerk Auf dem Wolf, Basel, 1994 4 Städtebauliche Studie Basel, in Zusammenarbeit mit Rémy Zaugg, 1991/92 oder das mit einem Wohnkomplex kombi- nierte Fussballstadion St. Jakob. Auch die be- merkenswerte Studie über die Stadt Basel, «Eine Stadt im Werden?» wäre hier zu nen- nen, die in Zusammenarbeit mit dem Künst- ler Rémy Zaugg entstand, dem langjährigen Freund und geschätzten Gesprächspartner der Architekten bis zu seinem Tod 2005. Die Studie lieferte die Matrix für ein Verständnis der Stadt und «spezifischen Urbanitäten», das sich als Alternative zum generischen Stadtmodell versteht, welches die Globali- sierung angeblich mit sich bringt. Sie findet ihre Weiterführung in der Unterrichts- und Forschungstätigkeit im Rahmen des 1999 gemeinsam mit den Architekten Roger Die- ner und Marcel Meili gegründeten ETH Stu- dio Basel – Institut Stadt der Gegenwart.

Pages