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Swissbau Magazin 2012

56 Bildung Swissbau Focus ein echtes Problem. Jedes grössere Unter­ nehmen hat zehn unbesetzte Ingenieurs­ stellen», sagt Mario Marti, Geschäftsführer der Schweizerischen Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen (usic). In der Vergangenheit habe die Schweiz zwar die Zuwanderung aus Deutschland nutzen können, um die Lücke zu füllen. «Heute kom­ men jedoch weniger Deutsche zu uns. Der Mangel an Ingenieuren ist stärker zu spü­ ren.» Diplomierte Ingenieure seien selbst in der Wirtschaftskrise gefragt und hätten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt sehr gute Aus­ sichten. Dies bestätigt Urs Rieder: «Die Stu­ denten der Gebäudetechnik an der HSLU werden bereits während des Studiums von ihren zukünftigen Arbeitgebern umwor­ ben.» Passerelle für Energie­Allrounder Trotz der guten Chancen auf dem Arbeits­ markt haben laut Mario Marti die Schulen für Ingenieure Schwierigkeiten, angehende Studierende zu begeistern. «Der Beruf leidet unter einem schlechten Image, beziehungs­ weise darunter, dass er gar kein klares Image hat. Niemand weiss so richtig, was Ingenieu­ re machen.» Um den Nachwuchs auf den Be­ ruf aufmerksam zu machen, hat die usic das Internetportal «Ingenieure gestalten die Schweiz» lanciert, das die verschiedenen Fa­ cetten des Ingenieurberufs vorstellt. Zudem sorgt eine neue berufliche Passerelle für mehr Energie­Allrounder am Bau: Die Umschulung «MAS Energieingenieur Ge­ bäude» soll auch gestandene Berufsleute ansprechen und schlägt eine Brücke vom na­ turwissenschaftlichen Studium zur Energie­ praxis. Lehre am Bau – oft nur zweite Wahl Urs Rieder von der Hochschule Luzern kennt die Problematik. Obwohl die HSLU die einzi­ ge Schweizer Ausbildnerin im Bereich der Gebäudetechnik ist, schliessen jedes Jahr nur etwa dreissig Absolventen die Diplom­ prüfung ab, wobei die Zahl erfreulicherwei­ se klar steigt. Der Arbeitsmarkt könnte weit­ aus mehr Abgänger gebrauchen. Rieders Meinung nach ist nicht allein das schlechte Image für diesen Mangel verantwortlich, sondern auch die geringe Bekanntheit der Gebäudetechnik. «Zudem haben wir ganz einfach zu wenig junge qualifizierte Berufs­ leute, die sich nach dem Abschluss der Lehre für eine Weiterbildung an der Hochschule entscheiden», erklärt Rieder. Das schlechte Berufsimage betreffe primär die Lehrberufe im Bereich Gebäudetechnik wie Gebäude­ technikplaner, Heizungs­ oder Sanitärmon­ teure. «In der Wahrnehmung der Jugendli­ chen sind diese Berufe nicht sehr attraktiv, und oftmals werden die Ausbildungen nur gewählt, weil der Schulabgänger im eigentli­ chen Traumberuf keine Lehrstelle findet», weiss Rieder. Energiethematik besser einbinden Jobs auf dem Bau haben jedoch zu Unrecht einen schlechten Ruf. Das Berufsbild hat sich grundlegend geändert – heute handelt es sich um hoch qualifizierte technische Berufe, die ein immer breiteres Wissen er­ fordern und zunehmend beratende Funktio­ nen beinhalten, etwa in Sachen Klimaschutz. Themen wie erneuerbare Energie und Ener­ gieeffizienz müssten jedoch noch stärker in die Berufsausbildungen eingebunden wer­ den, ist Rieder überzeugt. «Nur so erlangen die Bauberufe die gesellschaftliche Anerken­ nung, welche die Verbände seit Jahren an­ streben.» www.ingenieure­gestalten­die­schweiz.ch 1 Jürg Kühni, Spengler­Weltmeister 2009 aus der Schweiz 2-4 Gebäudetechnikplaner, Heizung, Lüftung 1 2 4 3

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