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Swissbau Magazin 2012

52 Rückbau und Recycling Swissbau Focus Gugerli vom Hochbauamt Zürich. «Wenn er jedoch im richtigen Verhältnis mit Beton- granulat gemischt wird, weist er – wie eine Empa-Studie gezeigt hat – sehr gute Eigen- schaften auf und kann als Konstruktions- beton für fast alle Zwecke eingesetzt wer- den.» Schon beim Planen an den Rückbau denken Nachhaltigkeit und ressourcensparendes Bauen fängt indes bereits bei der Planung an: «Wir legen Wert darauf, dass möglichst lokale, gut verfügbare Baustoffe verwendet werden», so Severin Lenel von Minergie-Eco. «Fürs Recycling ist es zudem wichtig, dass die Baustoffe beim Abbruch gut voneinan- der getrennt werden können.» Mechanische, einfach zu trennende Verbindungen seien geklebten, verschweissten oder fix im Beton eingebauten Strukturen vorzuziehen. Dies betont auch Barbara Sintzel von Eco-Bau: «Bauelemente unterschiedlicher Lebens- und Nutzungsdauer müssen konsequent ge- trennt werden. Nur dann können die einzel- nen Komponenten ausgewechselt werden, ohne dass die noch funktionstüchtigen Teile, etwa Apparaturen oder Bodenbeläge, zer- stört werden.» Weil die Materialeigenschaften technisch anspruchsvollen Funktionen selten genü- gen, wird Rezyklat-Kunststoff für weniger hochwertige Produkte wie etwa Kabel- schutzrohre eingesetzt. Recyclingbeton im Hochbau hat sich bewährt Der grösste Teil des Bauschutts besteht aus Zement, Beton, Backstein, Keramik und an- derem mineralischem Abfall. Dieser wird zu Granulat zerkleinert und hauptsächlich im Tiefbau eingesetzt, insbesondere im Strassenbau. «Dieser Bedarf nimmt jedoch zunehmend ab», sagt Heinrich Gugerli von der Fachstelle nachhaltiges Bauen des städ- tischen Hochbauamts Zürich. Seit etlichen Jahren setzen immer mehr Bauherren des- halb Granulat aus Betonabbruch erfolgreich auch im Hochbau ein. Das Granulat wird dabei als Kiesersatz zusammen mit Sand und Zement zu Recyclingbeton gemischt, der annähernd gleiche Material- und Verar- beitungseigenschaften aufweist wie her- kömmlicher Beton. Das Hochbauamt Zürich verwendet seit 2002 konsequent für alle Neubauten Recyclingbeton mit einem Anteil von mindestens 50 % Betongranulat. «Es ist eine sinnvolle Verwertung, schont die Kiesressourcen und hilft, Deponievolumen zu sparen», sagt Gugerli. Auch der Verein Eco-Bau, dem Bauherrschaften von Bund, Kantonen und Gemeinden angehören und der sich für Nachhaltigkeit im öffentlichen Bau einsetzt, propagiert die Verwendung von Recyclingbeton, sofern er in einem Um- kreis von 25 Kilometern verfügbar ist. Recyclingbeton aus Mischabbruch Auch beim Minergie-Eco-Label ist die Ver- wendung von regional verfügbarem Re- cyclingbeton mit mindestens 25 % Beton- granulat Pflicht. Noch einen Schritt weiter geht das Hochbauamt Zürich, das bereits Recyclingbeton aus Mischabbruch, also aus Ziegel- oder Backsteingranulat, für Ge- bäude eingesetzt hat. «Recyclingbeton aus Mischabbruch ist tendenziell etwas weicher und schwindet mehr», erklärt Heinrich 3 Der Lehm wurde in einer benachbarten Baugrube gewonnen. 4 Das Holz stammt aus dem Dorfwald und das Stroh zur Dämmung von den Feldern in Deitingen. «Bauelemente unterschiedlicher Lebens- und Nutzungsdauer müssen konsequent getrennt werden. Nur dann können die einzelnen Komponenten ausgewechselt werden, ohne dass die noch funktionstüchtigen Teile, etwa Apparaturen oder Bodenbeläge, zerstört werden.» Barbara Sintzel, Eco-Bau 3 4

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