
50 Rückbau und Recycling Swissbau Focus Rezyklierbare Baustoffe sind auf dem Vormarsch Katharina Truninger In der Baubranche werden immense Mengen an Materialien umgesetzt. Umso wichtiger ist der verantwortungsvolle Umgang mit den Baustoffen beim Abbruch. Nicht nur Metalle werden heute stofflich verwertet, auch Recyclingbeton findet im Hochbau zunehmend Verwendung. fizienz, Bauökologie und Gesundheit beur- teilt. Insbesondere bei hochwertigen und veredelten Materialien, deren Produktion und Verarbeitung sehr viel Energie braucht, ist Recycling wichtig: Bauteile aus Kupfer, Stahl oder Aluminium. Zudem werden diese Rohstoffe immer teurer, die Verwertung lohnt sich also auch wirtschaftlich. Doch auch Beton, Zement, Klinker, Keramik, Glas und Kunststoffe sind bei der Produktion energie- und ressourcenintensiv und sollten deshalb möglichst wieder in den Stoffkreis- lauf integriert werden. Ganze Bauteile wiederverwenden Der Löwenanteil des Schweizer Bauschutts wird beim Rückbau oder in einer Sortieranla- ge nach Materialien getrennt, wenn möglich dem Recycling zugeführt, deponiert oder in der Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt. Ökologisch und wirtschaftlich am sinnvolls- ten ist es jedoch, Bauteile als Ganzes wieder- zuverwenden. Seit rund zwei Jahrzehnten besteht in der Schweiz ein kleiner Second- handmarkt für gebrauchte Sanitäreinrich- tungen, Küchenkombinationen, Treppen, Massivholzparkette, Türen und Fenster: Ein Dutzend Bauteilbörsen sind regional tätig und untereinander im Internet vernetzt. Verglichen mit neuem Baumaterial ist der Umsatz dieser Plattformen zwar marginal. Aber jedes Lavabo, das nicht entsorgt und neu produziert werden muss, entlastet die Umwelt. D ie Baubranche ist absolute Spitzen- reiterin, was den Umsatz von Roh- stoffen und die Produktion von Ab- fällenanbelangt:AlleinimHochbau werden in der Schweiz pro Kopf und Jahr vier Tonnen Rohstoffe verbraucht. Diese immen- se Menge fällt beim Rückbau der Gebäude als Bauabfall wieder an, der möglichst um- weltschonend entsorgt oder verwertet wer- den sollte, um Ressourcen zu sparen. Zurück in den Stoffkreislauf «Bei den gewaltigen Mengen an Baustoffen muss die sinnvolle stoffliche Verwertung erste Priorität haben», sagt Severin Lenel, Leiter Zertifizierung beim Baulabel Miner- gie-Eco, das Gebäude hinsichtlich Energieef-