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Swissbau Magazin 2012

40 Gebäudetechnik und Energie Swissbau Focus 1 In Spitälern garan- tiert die Gebäude- technik den Betrieb rund um die Uhr. Gebäude- management systematisch optimieren Lioba Schneemann G ebäude fressen viel Energie: Mit über 40% haben sie weltweit den grössten Anteil am Endenergiever- brauch, gefolgt von Industrie und Transport mit je rund 30%. Ein Instrument, um den Gebäudeenergieverbrauch zu sen- ken, ist die Installation von Systemen, die ein intelligentes Gebäudemanagement ermög- lichen. Solche Applikationen sind sowohl im Geschäfts- als auch im privaten Bereich sinn- voll. Hohe Einsparung möglich Eine optimale Gebäudeautomation redu- ziert vor allem in Bürogebäuden den Ener- gieverbrauch drastisch: Allein bei der Be- leuchtung sind dank verbesserter Technik und optimierter Regelung bis zu 80% Ein- sparung möglich. So kann die Beleuchtungs- stärke dem Tageslicht angepasst und au- tomatisch abgeschaltet werden, sobald niemand mehr im Raum ist. Oder die Technik sorgt dafür, dass sich die Jalousien je nach Sonneneinstrahlung automatisch optimal ausrichten. «Wie viel Einsparungen erzielt werden, hängt natürlich auch von der Art der Nutzung ab. Je unterschiedlicher eine In- frastruktur beansprucht wird, desto besser wirkt in der Regel eine Gebäudeautomati- on», erklärt Jürgen Baumann, Experte für energetische Modernisierung bei der Sie- mens Schweiz AG. Darum führt die anwe- senheits- und bedarfsgerechte Regelung in einem Büro zu höheren Einsparungen als in einem Krankenhaus. Denn das Büro hat klare Nutzungszeiten und ist am Wochenende nicht besetzt, während in der Klinik rund um die Uhr Patienten versorgt werden. Wesent- liche Bausteine einer Gebäudeautomation sind etwa ein Beschattungssystem, eine be- darfsgerechte Lüftungsanlage, ein präsenz- gesteuertes Beleuchtungssystem sowie Flä- chenheiz- und Kühlsysteme. Voraussetzung für die Erfolgskontrolle ist ein Monitoring des Verbrauchs. Allerdings nützt die beste Technik nichts, wenn man sie nicht optimal einsetzt. Baumann: «Wichtig sind darum nicht nur eine effizientere Technik und Steu- erung, sondern auch eine optimale Regelung und ein einfaches Handling.» In wenigen Jahren amortisiert Gebäuden, die ihren Energiebedarf quasi selbst messen und automatisch organisie- ren, gehört die Zukunft. Erkannt hat das etwa die Migros, die mit ihren 1500 Stand- orten in der Schweiz jährlich über 1600 Gi- gawattstunden Energie verbraucht. Der Grossverteiler steigerte im Zeitraum von 2000 bis 2010 dank Modernisierung, einem einheitlichen Konzept zur Energiedatener- fassung und konsequenter Anstrengung zur Reduktion des Energieverbrauchs die Ge- samteffizienz um 13%. Trotz solcher Vortei- le werden hierzulande und auch im übrigen Europa Gebäudemanagement-Systeme erst vereinzelt angewandt. Zwar gibt es seit Ende 2008 die SIA-Norm 386.110, die wiederum Zwei Fünftel des Energieverbrauchs gehen auf das Konto des Immobilienparks. Eine kluge Gebäudeautomation reduziert den Strom- und Wärmebedarf erheblich. Die höheren Investitionen zahlen sich durch Einsparungen im Betrieb schon nach wenigen Jahren aus. auf der Norm EN 15232 basiert. Aber, so Jür- gen Baumann, in der Gebäudetechnik brau- che es immer einige Zeit, bis ein neuer Stan- dard auch tatsächlich angewendet werde. Die höheren Investitionskosten fürs Gebäu- demanagement-System amortisieren sich aber in wenigen Jahren durch den tieferen Strom- und Wärmeverbrauch. Echtzeitinformation hilft sparen Auch im privaten Bereich gibt es viele Ein- satzmöglichkeiten fürs Energiemanage- ment, erklärt Pierre Schoeffel, Leiter der Ge- schäftsstelle Gebäude Netzwerk Initiative (GNI) in Zürich: «Diverse Visualisierungs- toolsinformierenüberdenEnergieverbrauch des Hauses. Die Zukunft liegt darin, Grafiken einfach darzustellen, Vergleichstabellen au- tomatisch zu generieren und Echtzeitinfor- mationen bereitzustellen, um zu wissen, wo man den Hebel zum Energiesparen am effi- zientesten ansetzt.» 1

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