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Swissbau Magazin 2012

38 Gebäudetechnik und Energie Swissbau Focus Im höchsten Gebäude der Schweiz, dem Prime Tower in Zürich, sorgt ein thermoaktives System für konstant angenehmes Raumklima und spart Betriebskosten. 1 Thermoaktives System im Prime Tower: Der Beton wird nachts über Wärmeleitschienen aus Aluminium gekühlt. Lioba Schneemann D as höchste Haus der Schweiz ragt an der Zürcher Hardbrücke ganze 126 Meter hoch in den Himmel. Die ersten Mieter zogen im Sommer 2011 ein, bei Vollvermietung werden auf den 36 Stockwerken rund 2000 Personen ar- beiten. Das rundum verglaste Hochhaus bie- tet einen grandiosen Ausblick über Zürich und seine Umgebung. Allerdings bedurfte es auch ausgeklügelter Technik, damit es in der warmen Jahreszeit nicht zu heissen Köpfen kommt. Aussenkälte im Beton speichern Das technische Raumkonzept im Prime Tow- er löst die Funktionen Heizen, Kühlen und Akustik elegant und kompakt mit einem thermoaktiven System zur Flächentemperie- rung. «Zentrales Element ist dabei die Bau- teilaktivierung, bei der die Betondecke in das Klimatisierungskonzept einbezogen und als Kältespeicher genutzt wird», erläutert Bruno Gahlinger, Projektleiter bei der Walter Meier AG, das System am modernsten Hochhaus der Schweiz. 3400 Aluminium-Wärmeleit- schienen geben während der Nacht Aussen- kälte an den Beton ab. Diese Kälte wird dort vorübergehend gespeichert und kann tags- über zur Gebäudekühlung abgerufen wer- den. Dieser Trick verhilft zu einem behagli- chen Raumklima, gleichzeitig sinken die Betriebskosten. Aufwendiger als herkömmliche TABS Thermoaktive Bauteilsysteme (TABS), die den Betonkern wie etwa Geschossdecken zur Klimatisierung von Gebäuden nutzen, kommen häufig zum Einsatz, um ein ener- gieeffizientes Kühlen und Heizen bei hohem Komfort zu ermöglichen. «Das im Prime Tower eingesetzte System hat Vor- und Nachteile gegenüber herkömmlichen TABS. Nachteilig ist insbesondere der höhere In- vestitions- und Energieaufwand», erläutert Erich Schadegg, Mitinhaber des Ingenieur- büros Gruenberg + Partner AG in Zürich. Die Mehrinvestitionen sind je nach Ausbaustan- dard rund doppelt so hoch wie bei kon- ventionellen TABS. Der Mehraufwand an Energie liegt infolge der geringeren Spei- chernutzung zwischen 10–14%. Einfache Betriebsführung Dafür ist das System im Prime Tower deut- lich flexibler. «Es kann höhere Wärmelasten übernehmen, benötigt keine massiven Bau- teile und gewährleistet stabilere Raumtem- peraturen, wenn die Wärme unregelmässig anfällt», so Schadegg. Auch die Betriebs- führung des im Prime Tower installierten 1

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