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Swissbau Magazin 2012

30 Erstellung Swissbau Focus Eigengewicht sorgt für Verdichtung Doch damit sind die Innovationsmöglichkei- ten der Betontechnologie noch längst nicht ausgeschöpft. So forscht etwa die Empa an der Optimierung von selbstverdichtendem Beton mit hoher Fliessfähigkeit, sodass sich das Material von selbst verdichtet und nivel- liert. «Diese Vorteile machen selbstverdich- tenden Beton vor allem für die Anwendung bei stark armierten Bauteilen und im Bereich von Sanierungen geeignet», erklärt Empa- Forscher Andreas Leemann. Kunststoff statt Stahl Eine weitere Innovation ist der Ersatz von Stahl- durch Kunststofffasern, die im Beton- bau bei dünnen Kellerwänden, Industriebö- den, Zementplatten, Tunnelauskleidungen und Fensterbänken verwendet werden. Zu- sammen mit der Fibrotec AG entwickelte die Empa eine preiswerte Zweikomponenten- Polymerfaser, die auch mechanisch hohen Anforderungen gerecht wird. Seit Kurzem werdendieinnovativenFasernvonderBrugg Seiltechnik Holding AG produziert. «Mit nur fünf Kilogramm dieser Kunststofffasern S chon im alten Rom wurde mit einem Gemisch aus Kies, Sand und Zement gebaut. Der Beton der Cäsaren war von so hervorragender Qualität, dass er bis ins neunzehnte Jahrhundert unüber- troffen blieb. Zum Baustoff schlechthin avancierte das Material allerdings erst im zwanzigsten Jahrhundert, als die Kombinati- on mit Stahl den spröden Kunststein besser auf Zug belastbar machte. Elias Kopf Die Kombination mit Stahl machte Beton zum Universal- baustoff. Dank wegweisender Innovationen wird das Material nun noch attraktiver. Im Fokus stehen Selbstverdichtung, Kunststofffasern sowie Konzep- te zur Massenreduktion. können wir dreissig Kilogramm Stahlfasern ersetzen, was rund 10 % günstiger ist», er- klärt Empa-Physiker Josef Kaufmann. 35 % weniger Gewicht Doch nicht nur Stahl kann durch leichtere Materialien ersetzt werden. Auch der Beton selbst muss nicht immer massiv sein, wie die Technologie der Zuger Firma Cobiax AG zeigt. Insbesondere in Flachdecken ist es sinnvoll, möglichst viel Beton – und damit Gewicht – wegzulassen, solange die stati- sche Leistung erhalten bleibt. Cobiax hat dazu ein System von Hohlkörpermodulen entwickelt, die zwischen der unteren und oberen Bewehrung positioniert werden und unnötigen Beton verdrängen. Geschäftsfüh- rer Hugo Meier: «Die dadurch erzielte Ge- wichtseinsparung von bis zu 35 % wirkt sich positiv auf die Effizienz der Tragwerksstruk- tur aus und ermöglicht Einsparungen bei Be- ton und Armierung. Das erhöht die Wirt- schaftlichkeit und Umweltverträglichkeit im gesamten Rohbau.» Das Verfahren wurde an der Swissbau 2010 mit dem Umweltpreis der Schweiz ausgezeichnet. 1 Neubau der Metrohm in Herisau mit Cobiax 2 Cobiax spart Ressour- cen dank Hohlkörpern im Beton und gewann 2010 den Umweltpreis der Schweiz. 1 2 ein Material wird neu erfunden Beton –

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