
29 1 Hochleistungswärme- dämmung Aerogel: Das Dämmvlies ist dünn und flexibel. 2 «Gefrorener Rauch» – Rohmaterial von Aerogel 3 Altbau vor der Renovation 4 Mit dünner Aerogelmatte stilvoll isoliert bei Aspen eingestiegen. «Die Technologie kann einen wichtigen Beitrag für energieef- fiziente Häuser leisten, die erst noch gut aussehen», begründet BASF-Innovationsma- nager Bruce Christensen das Engagement. Allerdings kommen Aerogel-Matten auf- grund ihres hohen Preises vorerst vor allem für Spezialanwendungen in Frage, wie Gre- gor Steinke vom Institut Energie am Bau der FHNW betont: «Sinnvollerweise werden Aerogel-Matten bei knappen Platzverhält- nissen eingesetzt, zum Beispiel bei Fenster- leibungen, Rollladenkästen oder Rohrleitun- gen von Solaranlagen.» Vakuum für Terrassenböden und Fenster Noch deutlich übertroffen wird die Dämm- leistung der Aerogele von vakuumierten Platten aus pyrogener Kieselsäure. Diese so- genannten Vakuumpaneele erfordern ein besonders sorgfältiges Handling, da ihre Aussenhülle bei Transport und Einbau an- sonsten leicht verletzt werden kann. «Doch einmal eingebaut, ist das Risiko einer Be- schädigung minimal», erklärt Steinke. Auch punkto Lebensdauer sieht der FHNW-Exper- te kein Problem: «Die ersten Bauanwendun- gen liegen bereits zwölf Jahre zurück. Bishe- rigeMessungenundHochrechnungenlassen erwarten, dass die Dämmleistung auch in fünfzig Jahren noch sehr gut sein wird.» Weil Vakuumpaneele fixe Formate aufweisen, die nicht zugeschnitten werden können, eignen sie sich vor allem zur Wärmedämmung ein- facher rechteckiger Flächen. «Die Hauptan- wendung in der Schweiz sind Terrassenbö- den. Da die Vakuumdämmung äusserst dünn ist, wird ein stufenloser Übergang zum Wohnraum möglich», so Steinke. Nanoschäume als Zukunftsmusik Die Vakuumtechnologie wird zurzeit auch für Fenster weiterentwickelt. Bis zur breiten Markteinführung dürften allerdings noch ein paar Jahre verstreichen. Dank des Vaku- ums wird eine Zweifachverglasung mit sehr geringem Scheibenabstand ausreichen, um die Dämmleistung heutiger Dreifachvergla- sungen zu erreichen. Steinke: «Solche Vaku- umfenster könnten dereinst an historischen Fassaden zur Anwendung kommen, wo Drei- fachverglasungen zu schwer sind und klobig wirken.» Geforscht wird auch an sogenann- ten Nanoschäumen. Dieses Material könnte wie herkömmliche Dämmplatten direkt auf der Baustelle zugeschnitten werden. «Doch da die Poren der Nanoschäume bis zu tau- sendmal kleiner sind, wird eine Dämmleis- tung wie bei Aerogelen erreicht», prophezeit Steinke. 31 4 «Da die Vakuumdämmung äusserst dünn ist, wird ein stufenloser Übergang der Terrassenböden zum Wohnraum möglich.» Gregor Steinke Institut Energie am Bau der FHNW 2