
28 Erstellung Swissbau Focus D ie Hälfte des Energieverbrauchs der Schweiz entfällt auf den Gebäude- park. Hier wiederum fliesst der Lö- wenanteil in die Wärmeerzeugung. Doch bei guter Dämmung sinkt der Heizbe- darf rapide. So verbrauchen Gebäude, die um 1975 gebaut wurden, im Durchschnitt jährlich noch 22 Liter Heizöl pro Quadratme- ter Wohnfläche. Minergie-Neubauten kom- men dagegen mit weniger als vier Litern aus. Dazu müssen Aussenwände, Fenster, Dächer, Böden und Decken sowie Beschattungs- und Verdunkelungseinrichtungen gut isoliert werden. Bis vor Kurzem waren dazu dicke Dämmschichten nötig, die oft die verfügba- re Fläche empfindlich reduzierten und auch ästhetisch nicht immer befriedigten. Erfreu- licherweise sind inzwischen mehrere platz- sparende Hochleistungsdämmstoffe bereits auf dem Markt oder stehen kurz vor der Ein- führung. Hochleistungsputz für historische Fassaden Besonders für die energetische Sanierung denkmalgeschützter Fassaden stand bis- her kein geeignetes Konzept zur Verfü- gung. Doch bis 2013 will die Empa einen optisch ansprechenden Hochleistungsputz auf Aerogel-Basis zur Marktreife bringen. Aerogele weisen Poren in Nanometergrösse auf und bestehen zu 90 –98 % aus Luft. «Die winzigen Luftporen machen das Material zu einem hervorragenden Bestandteil unseres neuen Isolationsputzes, dessen Wärmeleit- fähigkeit zwei- bis dreimal niedriger ist als bei üblichen Verputzen», erklärt Empa-For- scher Thomas Stahl. Zudem lässt das neue Material deutlich mehr Wasserdampf pas- sieren als herkömmlicher Putz – ohne selbst nass zu werden. Stahl: «Durch die poröse Struktur des Aerogels ist der Verputz zwar für Wasserdampfmoleküle durchlässig – zur Aufnahme von Wassertropfen sind die Na- noporen jedoch zu fein.» Aerogel-Matten ermöglichen Spezialan- wendungen Aerogele können auch anderweitig zur Ge- bäudedämmung eingesetzt werden. So ist es etwa dem amerikanischen Startup-Unter- nehmen Aspen Aerogels gelungen, das ext- rem spröde Material zu dünnen, flexiblen Matten zu verarbeiten, die eine dreimal hö- here Dämmwirkung erzielen als herkömmli- che flexible Isolierungen. Aufgrund des ho- hen Anwendungspotenzials ist BASF kürzlich Hightech revolutioniert die Gebäude dämmung Elias Kopf Herkömmliche Dämmstoffe sind preisgünstig, doch sie verbrauchen viel Platz und überzeugen ästhetisch nicht immer. Für Speziallösungen bieten sich Hightech-Materia- lien wie Hochleistungsputze, Aerogel-Matten, Vakuum- Paneele, Vakuum-Fenster und Nanoschäume als Alter- native an. Innovative Dämm und Baustoffe