
Bauen. «Städtebauliche Dichte und Lebens- qualität müssen sich nicht ausschliessen», meint Susanne Fischer vom Planungsamt der Stadt Basel. Im verdichteten Bauen liege ein grosses Potenzial. So sind in Basel in den Transformationsarealen Erlenmatt und Pro Volta neue Wohnüberbauungen entstan- den, die bei hoher Ausnutzung eine sehr gute Wohnraumqualität garantieren. Auch in der grenzüberschreitenden Zusammen- arbeit mit den Nachbarländern kämen Ver- dichtungskonzepte zum Tragen, wie Susan- ne Fischer betont. So setzt man auch in der IBA Basel 2020 (Internationale Bauausstel- lung Basel), die unter der Trägerschaft des Eurodistricts läuft, auf verdichtete Baupro- jekte mit Vorbildcharakter. In Basel werden Hochhäuser heute bewusst ins städtebauliche Konzept integriert und sollen an gut erschlossenen Lagen zu einer zweckmässigen Verdichtung der Siedlungs- fläche beitragen. «Mit seiner kompakten Bauweise und dem geringen Landverbrauch stellt das Hochhaus einen nachhaltigen Sied- Ob Basel oder Zürich: Hochhäu- ser entwickeln sich zu einem prägenden Faktor in städtischen Zentren. Denn die kompakte Bauweise spart Platz und gilt als besonders nachhaltig. Das Hochhaus macht wieder Bodengut 19 lungstyp dar», betont Nicole Wirz vom Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt und Projektleiterin des kantonalen Hochhaus- konzepts. In Basel sollen die Hochhäuser an strategisch wichtigen Orten konzentriert werden, etwa in Bahnhofsnähe, in wirt- schaftlichen Schwerpunkt- und Stadtent- wicklungsgebieten. Grünflächen sollen Umfeld aufwerten «Da Hochhäuser als markante Objekte das Stadtbild wesentlich mitprägen, müssen sie eine hervorragende städtebauliche Qualität und Architektur aufweisen», so Stadtplane- rin Wirz. Bei Wohnhochhäusern soll auch auf eine möglichst altersdurchmischte Nutzung mit verschiedenen Wohnformen geachtet werden. Die durch vertikale Verdichtung ge- wonnenen Frei- und Grünflächen können das Umfeld aufwerten. Wirz: «Hochhäuser müssen städtebaulich ein Gewinn sein.» n ach jahrzehntelangem Bauen in die Fläche sind Hochhäuser derzeit wieder en vogue. Nicht nur der Prime Tower in Zürich oder das ge- plante Bürohochhaus der Roche in Basel il- lustrieren den städtebaulichen Trend zum Bauen in die Höhe: Schweizweit sind derzeit dreissig weitere Hochhäuser in Planung oder bereits im Bau. «Die gute Aussicht gehört allen» Während die Hochhäuser in den Siebziger- und Achtzigerjahren eher verschämt mög- lichst am Stadtrand gebaut wurden, setzen Stadtplaner heute mit den markanten Bau- ten bewusst urbane Zeichen. «Hochhäuser gehören an sehr gut erschlossene Lagen, sie sollen eine Zentrumsfunktion übernehmen und Urbanität vermitteln», sagt Regula Iseli, Fachverantwortliche Architektur und öffent- licher Raum beim Amt für Städtebau Zürich. So sollen etwa im Norden der Stadt Hoch- hausgruppen im Glatt- und Limmattal die dortigen Zentren bewusst als urbane Anzie- hungspunkte markieren. «Wir verlangen, dass neue Hochhäuser ästhetisch und archi- tektonisch von herausragender Qualität sind. Sie sollen einen öffentlichen Wert dar- stellen und damit Nachteile wie etwa den Schattenwurf aufwiegen», so Iseli. Wichtig sei zudem eine attraktive Nutzung im So- ckelgeschoss, etwa durch Restaurants oder Läden, sowie beispielsweise eine öffentliche Bar im obersten Stock. Iseli: «Alle sollen von der Aussicht profitieren können.» Hochhäuser strategisch platzieren Auch in Basel setzt man aufgrund der Flä- chenknappheit schon lange auf verdichtetes Mitdiskutieren auf: blog.swissbau.ch zum Thema «Bauen im Kontext» 1 «Südpark Baufeld- B»: In Basel ist neben dem Bahnhof ein weiteres Hochhaus von Herzog & de Meuron geplant. 1